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Junior College statt Division 1: Carl Romberg über seinen bewussten Weg in den US-College-Fußball

Carl Romberg lehnte D1-Angebote ab und entschied sich bewusst für den NJCAA-Weg am Tyler Junior College in Texas. Sein Argument: erst beweisen, dann der nächste Schritt.

Übersetzt aus dem Englischen. Carl Romberg spielt Fußball am Tyler Junior College in Texas. Über Athletes USA kam er in die USA - und entschied sich bewusst gegen Angebote aus der NCAA Division 1. Sein Argument: erst beweisen, dann den nächsten Schritt machen. Im Video oben zeigt er seinen typischen Spieltag auf dem Campus.

Vom deutschen Fußball ans Tyler Junior College

Tyler liegt in Texas. Das Tyler Junior College (TJC) gehört zur NJCAA - der National Junior College Athletic Association - und ist nach Carls eigener Einschätzung "eines der besten Junior Colleges für Soccer im Land". Für ihn war der Weg dorthin eine bewusste strategische Entscheidung, keine Notlösung.

Im englischsprachigen Video erklärt Carl:

"I did have some decent D1 offers, but I decided to go to another junior college. Basically prove myself again, in order to go to an even bigger school. So I basically gambled on myself the second time."

Übersetzt: "Ich hatte ein paar anständige D1-Angebote, aber ich habe mich bewusst für ein Junior College entschieden. Mich noch einmal beweisen, um an eine noch größere Universität zu kommen. Ich habe quasi das zweite Mal auf mich selbst gewettet."

Spieltag-Morgen: Wohnheim, Cafeteria, Athletic Trainer

Im Video nimmt Carl uns durch den Tag vor einem Spiel. Sein Wohnheim, die Clay Troy Hall, teilt er mit Spielern aus mehreren Sportarten - Fußball, Basketball, Volleyball. Über das Leben dort:

"Most of the time in the evening we're hanging out here, playing ping pong, you know, we got a PlayStation 5 here. It's pretty cool."

Übersetzt: "Die meiste Zeit hängen wir abends hier rum, spielen Tischtennis, wir haben eine PlayStation 5. Ist ganz cool."

Sein Tag vor dem Spiel: Gym am Morgen, danach Frühstück in der Cafeteria, Behandlung beim Athletic Trainer, später Vorlesungen.

"Today's the day before match day, so we usually just got gym before. We're not really going out on the field. ... And after I most of the time go to the athletic trainer. And then later I got some classes. That's pretty much the day."

Übersetzt: "Heute ist der Tag vor dem Spieltag, deshalb hatten wir vorher nur Gym. Wir gehen nicht wirklich aufs Spielfeld raus. ... Danach gehe ich meistens zum Athletic Trainer. Und später habe ich noch ein paar Vorlesungen. Das ist im Grunde der Tag."

Anlagen, die sich vor Division 1 nicht verstecken müssen

Tyler Junior College ist eine zweijährige Hochschule. Die Anlagen können sich laut Carl aber mit denen einer Division-1-Universität messen:

"Especially compared to my last school, the facility is great. We got a hot tub, ice bath, and everything you need to recover perfect."

Übersetzt: "Vor allem im Vergleich zu meiner letzten Schule sind die Anlagen erstklassig. Wir haben einen Whirlpool, ein Eisbad, alles was du zur Erholung brauchst."

In der Kabine fällt ihm ein Detail auf, das für ein Junior College nicht selbstverständlich ist:

"We even got running shoes, which is definitely not common for a Juco. Maybe that's the perks of being one of the best junior colleges for soccer in the country."

Übersetzt: "Wir bekommen sogar Laufschuhe, was für ein Juco definitiv nicht üblich ist. Vielleicht sind das die Privilegien, eines der besten Junior Colleges für Soccer im Land zu sein."

Während der Kabinen-Szene ruft ein Teamkollege Carl als "best defender in the nation" - woraufhin Carl trocken kommentiert. Dies ist der einzige verbatim-deutsche Moment im sonst englischsprachigen Video:

"Das lassen wir raus, ne? Das war ein Banger."

Was sein TJC-Coach über den NJCAA-Pfad sagt

Carls Trainer am TJC erklärt im Video die Logik des Junior-College-Pfads für internationale Athleten:

"Now, in NJCAA is, it's a great bridge. It's very hard as a freshman, unless you've got a super impressive playing CV coming from some top, top clubs. ... One of the big advantages that the NJCAA provides is it gives you an opportunity to be in the country, play live in front of Division 1 coaches, and impress that way."

Übersetzt: "NJCAA ist eine wichtige Brücke. Es ist sehr schwer als Freshman, außer du hast einen extrem beeindruckenden Spieler-Lebenslauf von Top-Clubs. ... Einer der großen Vorteile der NJCAA: Du bist im Land, spielst live vor Division-1-Trainern und kannst so überzeugen."

Und über die Mission seines Programms:

"If you could tell me right now that I could send every sophomore to a Division 1 school on good scholarship and not win a championship, or win a championship and send less to a Division 1 school, I would pick - I would sacrifice the championship to get as many boys to the right place as possible."

Übersetzt: "Wenn du mir jetzt sagen würdest, ich könnte jeden Sophomore mit gutem Stipendium an eine Division-1-Schule schicken und keine Meisterschaft gewinnen - oder die Meisterschaft gewinnen und weniger Spieler an Division 1 schicken - ich würde mich für die erste Option entscheiden. Ich würde die Meisterschaft opfern, um so viele Jungs wie möglich an den richtigen Ort zu bringen."

NJCAA als bewusste Wahl - was das für deutsche Athleten bedeutet

Carls Geschichte ist kein Standard-Fall. Wer mit 18 oder 19 in die USA will und nicht direkt ein passendes Division-1-Angebot bekommt, hat schnell das Gefühl, "Plan B" zu nehmen. Carl drehte die Erzählung um: Junior College war für ihn der strategische Hebel - sich zu beweisen und mit gestärktem Profil an die nächste Universität zu wechseln. Sein Trainer formuliert die NJCAA-Logik klar: eine Brücke, ein Sprungbrett, die Chance, vor den richtigen Coaches zu spielen.

Für deutsche Athleten ohne sofortige Division-1-Anfragen kann der NJCAA-Pfad mehr sein als ein Kompromiss. Er kann der Plan sein.

Steckbrief: Carl Romberg

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